07.04.2019

von Jens Riedel
Großer Tag für den TSV Klein-Linden: Nach langer Planung und kurzer Bauzeit ist an der Pfingstweide ein grüner Kunstrasenteppich eingeweiht worden. Der alte Hartplatz ist damit Geschichte.

Es ist ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte des TSV Klein-Linden: Nach langjähriger Planungszeit und ungeachtet einiger Rückschläge hat der Stadtteil-Verein mit seinen 1350 Mitgliedern nun einen eigenen Kunstrasenplatz. „Ein Traum wird wahr“, freute sich Gerhard Kerzmann vom geschäftsführenden TSV-Vorstand bei der offiziellen Einweihung des rund 540 000 Euro teuren Platzes.

Sieben Jahre dauerten die Planungen, um das 40 Jahre alte Rotasche-Feld an der Pfingstweide in einen modernen Kunstrasen umzubauen. Dort, wo den Spielern früher die Asche in den Augen brannte, wo man bei Trockenheit wegen des Staubes vom Tor aus die Eckfahne nicht mehr erkennen konnte, wo sich bei Regen schlammige Pfützen bildeten, genau dort leuchtet nun ein grüner Teppich aus Millionen von Kunstgrashalmen, der richtig Lust auf Fußball macht.

Viel Überzeugungsarbeit geleistet

Doch der Weg dahin war weit. So musste für den Bau viel vereinsinterne Überzeugungsarbeit bei anderen Abteilungen (etwa Handball, Basketball, Tischtennis oder Turnen) geleistet werden. Auch die Finanzierung war gut zu durchdenken. Denn mehr als die Hälfte der Kosten trägt der Verein selbst.

Ins Stocken gerieten die Planungen 2015 durch den plötzlichen Tod des ehemaligen 1. TSV-Vorsitzenden Hans-Dieter Jung, der in der Fußballabteilung und im gesamten Verein eine riesige Lücke hinterließ. Das Kunstrasenprojekt ruhte. Erst 2016 forcierte der neue geschäftsführende Vorstand um Dr. Arne Hauptmann, Gerhard Kerzmann, Alexander Lubbadeh und Tim Rüdesheim das Projekt wieder. Denn die Fußballabteilung war stark gewachsen, 18 Mannschaften mussten sich den stark strapazierten Rasenplatz und den Hartplatz für ihren Trainings- und Spielbetrieb teilen. „Wir brauchen den Kunstrasen unbedingt, sonst bricht hier alles zusammen“, lautete die Erkenntnis im Verein.
Aber erst, nachdem der Verein die zähe und unbefriedigende Zusammenarbeit mit einem externen Planer aufgekündigt und mit Lothar Gersmann einen neuen Architekten für den Bau des Platzes an Bord geholt hatte, lief es rund.
Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juli 2018 stimmte eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder für den über eine halbe Million Euro teuren Kunstrasen. Die Stadt Gießen (145 000 Euro), das Land Hessen (110 000 Euro) und der Landessportbund (7500 Euro) halfen bei der Finanzierung.

Dank an alle Helfer

Der erste Spatenstich erfolgte am 18. Oktober 2018. Die Oberfläche des alten Hartplatzes wurde ein paar Zentimeter abgetragen und mit Schotter gefüllt. Darauf wurde ein glatter, gummiähnlicher Unterbelag fixiert. Von Mitte November bis Mitte März musste der Bau ruhen, weil Frostnächte die Weiterarbeit verhinderten. Dann ging plötzlich alles blitzschnell: In nur sieben Tagen wurde der Kunstrasen ausgerollt, zugeschnitten, verklebt und die Linien eingenäht.

„Die Zusammenarbeit mit allen am Bau beteiligten Menschen und Firmen war phänomenal“, sagte Tim Rüdesheim, der sich ausdrücklich bei allen Helfern bedankte. Auch die Mitglieder packten mit an. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sagte: „Der TSV Klein-Linden arbeitet vorbildlich mit vielen Jugend-, Mädchen-, Frauen- und Männerteams sowie einer Inklusionsmannschaft. Mit dem Kunstrasen wird die Zukunft dieses Vereins gestärkt.“

Ortsvorsteher Dr. Klaus Dieter Greilich, der das Projekt auch privat von Beginn an unterstützte, freute sich: „Der neue Platz ist eine eindeutige Verbesserung für den Stadtteil Kleinlinden.“ Kreisfußballwart Henry Mohr übergab als Geschenk einen Ball. Die Bambinis des TSV durften als Erste den Platz bei einem kleinen Spielchen testen.
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